Deutsche E-Commerce-Händler setzen auf internationale Expansion

14. Juli 2020

Deutsche E-Commerce-Händler setzen auf internationale Expansion

Wie viel Umsatzanteil erwirtschaften deutsche Onlinehändler im Ausland? In welchen Ländern sind sie besonders erfolgreich? Wie können E-Commerce-Anbieter bestmöglich auf die Bedürfnisse ihrer ausländischen Kunden reagieren? Und welche Anforderungen stellen Händler dabei an ihre Payment-Service-Provider?

Antworten auf diese und andere Fragen liefert die Studie „Grenzenlos erfolgreicher Onlinehandel – E-Commerce und Payment im internationalen Kontext“. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Forschungsinstitut ECC hat Mollie im ersten Quartal 2020 dazu 130 kleine und mittlere Onlinehändler aus Deutschland befragt.

Auslandsmärkte machen krisenresistenter

Eine Haupterkenntnis der Umfrage lautet: 32 Prozent ihres Umsatzes generieren deutsche E-Commerce-Händler bereits heute außerhalb Deutschlands. Insbesondere mit Blick auf die aktuelle Corona-Krise sind sie durch diese breitere Aufstellung ihres Geschäfts besser abgesichert. Besonders beliebt sind dabei die Nachbarländer Österreich, Frankreich und die Schweiz. In acht europäische Länder verkaufen die Onlinehändler ihre Produkte und Dienstleistungen dabei durchschnittlich. Osteuropäische Länder wie Rumänien oder Bulgarien sind im grenzüberschreitenden Handel eher unbeliebt: Aufgrund möglicher Zahlungsausfälle gelten sie als Risikomärkte. Gleiches gilt für Zypern und die Türkei.

Landesspezifische Zahlungsverfahren erhöhen Erfolgschancen

Unangefochtener Spitzenreiter bei den Zahlungsverfahren im internationalen E-Commerce ist bei den befragten Händlern PayPal. 79 Prozent gaben an, dass sie dieses Verfahren anbieten. 65 Prozent halten PayPal im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr für am besten geeignet. Vorkasse und Sofort-Überweisung werden von 71 Prozent bzw. 63 Prozent angeboten.

Dennoch ist 69 Prozent der Onlinehändler bewusst, dass die Verfügbarkeit länderspezifischer Zahlungsverfahren großes Potenzial birgt. Denn diese wirken sich positiv sowohl auf die Umsätze als auch die Neukundengewinnung aus und sind damit eine entscheidende Stellschraube für Onlinehändler.

Ein weiterer Hebel für digitale Händler sind Landeswährungen. Hier gaben 66 Prozent der Befragten an, dass ein entsprechendes Angebot zu mehr ausländischen Bestellungen führe.
Eine zusätzliche Besonderheit ergibt sich im B2C-Bereich, denn hier hat sich seit der Einführung lokaler Zahlungsverfahren laut 57 Prozent der Onlinehändler die Warenkorbgröße verbessert.

Kosten und Gebühren entscheidend für die Wahl

70 Prozent der befragten E-Commerce-Händler gaben an, dass Kosten und Gebühren wesentliche Auswahlkriterien für oder gegen Payment-Service-Provider sind. An zweiter und dritter Stelle stehen angebotene Bezahlmethoden (54 Prozent) und Ausfallsicherheit (50 Prozent). Ebenfalls entscheidend bei der Wahl eines Payment-Anbieters ist für 76 Prozent aller befragten Onlinehändler das Angebot von sicheren Zahlungen.

Weitere Erkenntnisse sind in der Studie und im Whitepaper enthalten