Veloretti

„Wir hätten niemals so schnell wachsen können, wenn wir uns bei einem lokalen Fahrradhändler hätten einkaufen wollen.“

Interview mit Ferry Zonder — Gründer von Veloretti.

Veloretti

Veloretti ist ein Online-Markenhersteller für Fahrräder, der eigene Produkte entwickelt, herstellt und vertreibt. Er liefert Fahrräder in ganz Europa aus. Gründer und Geschäftsinhaber Ferry Zonder konnte kein geeignetes Fahrrad zu einem akzeptablen Preis finden und startete daraufhin sein eigenes Business. „2011 suchte ich nach einem guten Rad, wurde jedoch bitter enttäuscht. Also habe ich mich gefragt: Kann man nicht für 300 bis 400 Euro ein Fahrrad herstellen, das leicht ist, gut ausschaut und gut fährt? Warum mache ich das eigentlich nicht selbst? So nahm das Abenteuer seinen Lauf.“

“Ich habe mich gefragt: Kann man nicht für 300 bis 400 Euro ein Fahrrad herstellen? Warum mache ich das nicht selbst?”

Ferry Zonder Gründer von Veloretti

Keinerlei Erfahrung

Ferry hatte keinerlei Erfahrung mit Fahrraddesign. Deshalb hat es gut anderthalb Jahre gedauert, bis Veloretti tatsächlich live war. Er hat Lieferanten rund um den Globus besucht. So knüpfte er allmählich Kontakte mit allen Lieferanten, die er brauchte. „Denn ein Rahmenbauer weiß dann wieder, wo man Räder einkauft und der weiß, wo es gute Reifen gibt. So geht es von Lieferant zu Lieferant, bis man alle Einzelteile beisammen hat.“ Ferry war zu jener Zeit Inhaber eines anderen Unternehmens, das Licht- und Soundanlagen herstellte. „Das habe ich verkauft und den Erlös daraus komplett in Veloretti investiert. Seit September 2013 sind wir online. Veloretti war fertig und alles funktionierte; aber länger hätte es auch nicht dauern dürfen, denn das Geld war alle. Jetzt sind wir sieben Jahre weiter, aber das Produkt ist im Laufe der Jahre das gleiche geblieben.“

Ferry Zonder posiert mit einem Veloretti-Fahrrad

Die Philosophie hinter dem Betrieb

Genau das gleiche? Ferry: „Ich denke, dass das Rad zu 90 % identisch ist. Wir haben eine ganze Entwicklung hinter uns, denn erst waren einige Bauteile nicht von optimaler Qualität. Beim ersten Batch der Räder hatten wir die falschen Bolzen verwendet und die fingen an zu rosten. Wir hatten das zuvor zwar bedacht, aber der Lieferant sagte, die Bolzen seien in Ordnung. Doch so etwas merkt man eben erst hinterher in der Praxis. Jetzt haben wir das perfekt unter Kontrolle.“

Close-Up eines Veloretti-Fahrrads

Dass Veloretti dies unter Kontrolle hat, ist übrigens recht bemerkenswert. Alle Fahrräder werden online verkauft, selbstversändlich mit Garantie, aber man kann sie nicht in einem Geschäft um die Ecke zurück bringen. Veloretti hat zwar ein Ladengeschäft in Amsterdam, aber dort kann man sich die Räder nur anschauen. Bestellung und Zahlung erfolgen trotzdem online. Dies ist ein integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. „Bei der Lieferung ist Ihr Fahrrad zu 85 % vormontiert. Sie müssen also ein wenig Geschick mitbringen, um das Rad zusammenzubauen. Sie haben die Bolzen selbst eingesetzt und verschraubt, dann können Sie diese auch selbst austauschen. So gesehen können wir auf große Flexibilität bei unseren Kunden zählen. Und genau das war von Anfang an der Plan.“

“Wir können auf große Flexibilität bei unseren Kunden zählen. Und genau das war von Anfang an der Plan.”

Ferry Zonder Gründer von Veloretti

“Du spinnst.”

„Als ich angefangen habe, sagten alle zu mir: ‚Du spinnst. Es gibt doch Cortina, VanMoof, Gazelle, wie willst du da um Himmels willen deine eigene Marke durchsetzen?‘ Doch niemand verkaufte seine Räder online. Es gab zwar Fahrrad-Webshops, aber keine Online-Fahrradmarken. Wir hätten niemals so schnell wachsen können, wenn wir uns bei einem lokalen Fahrradhändler hätten einkaufen wollen. Im Einzelhandel hat man als neue Fahrradmarke keine Chance, sämtliche Händler sind an Verträge und Abnahmevorgaben gebunden. Mit nur einigen wenigen Marken wird 99 % des Marktes bedient. Da bekommt man keinen Fuß in die Tür, es sei denn, man setzt auf Nischenprodukte statt auf Masse. Außerdem wollte ich das Rad auch außerhalb der Niederlande verkaufen.“

Beispiel einer Seite, auf der Sie Velorettis Fahrrad online kaufen können

Da es keine anderen Online-Fahrradmarken gab, konnte Ferry auch bei niemandem irgendwelche Tricks abkupfern. „Wir mussten alles selbst bedenken, etwa eine Transportverpackung, in der das Rad zu 19,95 € europaweit verschickt werden kann. Manchmal zahlen wir mehr, manchmal weniger. Es kostet ein Vielfaches mehr, ein Rad nach Zypern zu verschicken, aber dann ist auf Zypern eines unserer Räder unterwegs. Und der Besitzer fährt zum Fußballtraining, wo Teamkollegen oder Freunde das Rad sehen. Je mehr Fahrräder im Straßenbild auffallen, desto mehr verkauft man und desto größer die Nachfrage. Denn wenn solche Leute stolz auf ihr Rad sind, ist das die beste Reklame, die man sich wünschen kann. Neben Facebook und Instagram ist diese Form von Ambassadorship der wichtigste Werbekanal. Wir tun alles für unsere Kunden.“

Ein kompliziertes Produkt

„Wir möchten, dass die Leute zufrieden sind. Deshalb ist eines unserer wichtigsten Erfolgskriterien der Service. Wir sorgen immer dafür, dass unsere Kunden zufrieden sind. Darum haben wir auch so gute Reviews.“ Obwohl mit einem Fahrrad viel schief gehen kann, da es ein kompliziertes Produkt ist. „Fahrräder werden beschädigt, Teile gehen verloren, die Leute machen beim Zusammenbau etwas falsch. Trotzdem möchten wir genau die Kundenerfahrung bieten, die uns vorschwebt. Daher muss alles langlebig und wartungsfreundlich sein. Geht etwas kaputt? Dann schicken wir kostenlos Ersatzteile zum Kunden. Wenn es zu kompliziert wird – zum Beispiel bei einer defekten Hinterradnabe – schicken wir den Kunden zu seinem Fahrradmechaniker vor Ort. Mit einem Foto vom Reparaturbeleg erhält er innerhalb weniger Tage sein Geld zurück.“

“Wir sorgen immer dafür, dass unsere Kunden zufrieden sind. Darum haben wir auch so gute Reviews.”

Ferry Zonder Gründer von Veloretti

Ein besseres Rad zu einem besseren Preis

Möglich ist dies, da Veloretti inzwischen genau weiß, was kaputt gehen kann. „Wir haben sieben Jahre Erfahrung, also wissen wir genau, was schief gehen kann und wie das Problem zu beheben ist. Das ist im Preis inbegriffen. Denn die Gewinnmarge der Fahrradhändler zahlen Sie bei uns nicht. Bei uns bekommen Sie ein besseres Rad zu einem besseren Preis. Wir hantieren ein sehr effizientes Vertriebsmodell. Bei uns muss das Rad nicht erst vom Lieferanten zum Großhandel und vom Großhandel zur Einkaufsorganisation und von der Einkaufsorganisation zum Fahrradgeschäft. Das ist weitaus effizienter und besser für die Umwelt. Darauf achten auch immer mehr Menschen.“

Ferry Zonder auf einem Veloretti-Fahrrad

„Deshalb ist Radfahren auch so beliebt. Mit jedem verkauften Rad wird unsere Welt ein Stück schöner. Ein Fahrrad ist ein super sauberes Verkehrsmittel, gut für den Nutzer, die Umwelt und die Infrastruktur. In den Niederlanden ist das schon immer so gewesen, aber im Ausland ist das Wachstum echt sprunghaft. Mein Konzept mit internationaler Zielgruppe hat sich zufällig als Volltreffer erwiesen. Dabei ist übrigens der allergrößte Vorteil, dass wir aus den Niederlanden kommen. Als Fahrradnation sind wir die Autorität schlechthin. Die Leute springen auf ein Dutch Bike an, das finden sie fantastisch. Stadträder, aber auch immer mehr E-Bikes. Deshalb entwickeln wir jetzt auch unser eigenes E-Bike nach der gleichen Unternehmensphilosophie. Ein super cooles Fahrrad in unserem eigenen Design, für das man aber nicht den Hauptpreis zahlt. Das steht im Gegensatz zu dem, was andere Fahrradmarken tun.“

Kein Ausverkauf

Ferry: „Alles ist ein Einheitsbrei: Die Hersteller beziehen ihre Akkus und Antriebssysteme alle von gleicher Stelle. Erstaunlicherweise präsentieren sich die Marken aber trotzdem jedes Jahr mit einer neuen Kollektion. Dabei ist das Modell aus dem Vorjahr genauso gut wie das neue Modell. Warum lanciert man keine Kollektion mit Evergreens? Deshalb ändert sich die Kollektion von Veloretti auch kaum. Unsere Kunden wissen: So ist es und wenn ich es nächstes Jahr kaufe, ist es noch genauso gut. Außerdem erübrigt sich damit auch der Ausverkauf. Wir haben uns noch nie am Ausverkauf beteiligt. Mir liegt Transparenz am Herzen; und das ist auch bei euch der Fall, euer Modell ist transparent.“

Fähre Zonder fährt mit einem Veloretti-Fahrrad durch Amsterdam

„Das merkt man daran, wie ihr mit der Außenwelt kommuniziert. Aber es geht nicht nur darum, wie man kommuniziert, sondern auch darum, wie man agiert. Ihr seid erreichbar und bei Bedarf werden Probleme sofort gelöst. Zum Beispiel bei einer Rückbelastung oder bei einer Frage zur Klarna-Integration. Und Mollie ist auch optisch ansprechender. Regelmäßig sieht man fetzige Webshops, bei denen man aber bei der Zahlung auf ein Portal im Stil der 1990er Jahre umgeleitet wird. Tja, vielleicht hängt da jemand auch an einem längeren Vertrag fest. Das ist mir bei einem anderen PSP vorher auch passiert. Diese Arbeitsweise passt mir nicht. Dass ihr flexibel seid, spricht absolut für euch. Und ich finde es super, dass ihr den Mut habt, die Kundenbindung ohne Vertrag zu regeln.“

“Dass ihr den Mut habt, die Kundenbindung ohne Vertrag zu regeln, finde ich super.”

Ferry Zonder Gründer von Veloretti

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“Als wir uns auf die Suche nach dem passenden Zahlungsdienstleister machten, war klar, wir brauchen eine internationale Lösung.” — Émilien, Cabaïa