Ihr Leitfaden für das SEPA-Lastschriftverfahren

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Nick Knuppe
Head of Product Marketing
Kundenfokussiert und marktorientiert: Ein Marketer mit Hang zum Perfektionismus.

Wenn es um weltweiten Zahlungsverkehr geht, ist es wichtig, sich mit dem SEPA-Lastschriftverfahren auszukennen, einem europäischen Zahlungsverfahren, das es Händlern erlaubt, Rechnungen direkt vom Konto ihrer Kunden abzubuchen.

Konzipiert, um den Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union (EU) zu vereinfachen, ist das SEPA-Lastschriftverfahren die beste Möglichkeit für Zahlungen in Euro. Das Verfahren ist innerhalb der EU weit verbreitet.Neben den 27 EU Mitgliedsstaaten nehmen außerdem auch drei Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie sechs weitere Länder daran teil.

In diesem Leitfaden erklären wir, worum es sich beim SEPA-Lastschriftverfahren handelt, wie man ein SEPA-Lastschriftmandat aufsetzt und was sonst alles noch wichtig ist.

Was ist das SEPA-Lastschriftverfahren?

Die Abkürzung SEPA steht für Single Euro Payments Area (einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum). SEPA ist ein Zahlungsnetzwerk, das den Zahlungsverkehr innerhalb der EU vereinfacht. Es wird vom Europäischen Zahlungsausschuss reguliert und wurde dafür entwickelt, grenzübergreifende Zahlungen innerhalb der EU und assoziierten Ländern einfach und problemlos zu gestalten.

Das SEPA-Lastschriftverfahren wird insbesondere für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen wie monatliche Rechnungen oder Abonnements genutzt. Der Unterschied zu anderen Zahlungsmethoden ist, dass hier der Händler den gesamten Zahlungsprozess steuert. Das bedeutet, dass der Händler eine Zahlungsanfrage an die Bank des Kunden richtet, diesen benachrichtigt, und dann vom Girokonto des Kunden den ausstehenden Betrag einzieht. Die Zahlungen finden in Euro statt. Zurzeit kann das SEPA-Verfahren in insgesamt 36 Ländern genutzt werden.

Es gibt zwei unterschiedliche SEPA-Verfahren:

  1. SEPA Basis (Basislastschriftverfahren) zwischen Unternehmen und Privatpersonen

  2. SEPA B2B (Firmenlastschriftverfahren) zwischen Unternehmen 

Wie richte ich ein SEPA-Lastschriftverfahren ein?

Um die SEPA-Lastschrift zu nutzen, muss zuerst ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt werden. Mit diesem Mandat gibt der Kunde dem Händler die Erlaubnis, Geld direkt vom Konto des Kunden abzubuchen. Ein gültiges Mandat enthält die internationale Kontonummer (IBAN) des Kunden, die für grenzüberschreitende Banküberweisungen benötigt wird.

Um ein solches Mandat aufzusetzen, muss der Kunde einfach ein SEPA-Formular ausfüllen, welches den Zahlungsempfänger autorisiert, Geld einzuziehen. Das Formular enthält alle relevanten Informationen zur Bankverbindung des Kontoinhabers, sprich Kundennamen, Adresse, Postleitzahl, Kontonummer, IBAN und BIC und Bankleitzahl, sowie Zahlungsart.

Es gibt verschieden Wege, um ein solches Mandat einzurichten:

  • Papierformular: Der Kunde kann ein Papierformular ausfüllen, einscannen und Ihnen per E-Mail schicken.

  • Elektronisch: Der Kunde kann das Formular auf elektronischem Weg ausfüllen.

  • E-Mandat: Bei einigen Banken kann der Kunde direkt über sein Onlinebanking ein SEPA-Formular ausfüllen.

Nachdem der Kunde das Lastschriftmandat ausgefüllt und unterschrieben hat, müssen Sie seine Bank informieren, damit Sie in Zukunft Beträge direkt abbuchen können. Sie können dann also offene Rechnungen vom Girokonto des Kunden einziehen. Das Lastschriftverfahren können Sie an die Bank über eine XML-Datei senden. Damit besteht ein aktives SEPA-Verfahren und sie können die im Mandat festgelegten Zahlungen direkt abbuchen. Immerwenn eine neue Zahlung ansteht, müssen Sie die XML-Datei erneut an die Bank schicken. Es gibt jedoch viele Zahlungsdienstleister, die dies für Sie übernehmen können.

Die Regeln des SEPA-Lastschriftverfahrens 

Ein SEPA-Lastschriftmandat autorisiert Sie als Händler, jederzeit Zahlungen vom europäischen Konto eines Kunden einzuziehen. Dafür müssen Sie den Kunden lediglich in Kenntnis darüber setzen. Es gibt außerdem genaue Regeln für ein solches Mandat.So muss es unter anderem spezielle Informationen enthalten, damit der Kunde einen Überblick über seine Rechte und Pflichten hat.

Für mehr Informationen zu den Regeln und ihrer Umsetzung gibt es vom Europäischen Zahlungsausschuss (European Payments Council) ein offizielles Handbuch für SEPA Direct Debit Core (SEPA Basis) und SEPA Direct Debit B2B (SEPA-Firmenlastschrift). Sie finden die entsprechenden Handbücher zu den Regeln auf der Internetseite des European Payments Council. Detaillierte Informationen zum SEPA-Verfahren gibt es auch auf der Website der Deutschen Bundesbank.

Gibt es ein Überweisungslimit für SEPA-Zahlungen? 

Die Obergrenze für SEPA-Zahlungen liegt bei 10.000 Euro pro Überweisung.

Welche Länder nutzen das SEPA-Lastschriftverfahren? 

Wenn Sie das SEPA-Verfahren nutzen, können Sie als Zahlungsempfänger schnell und einfach Zahlungen aus 36 Ländern akzeptieren. Hierzu gehören auch einige Länder, die nicht Teil der EU sind.

EU/EWR SEPA-Länder

  • Österreich

  • Belgien

  • Bulgarien

  • Kroatien

  • Zypern

  • Tschechische Republik

  • Dänemark

  • Estland

  • Finnland

  • Frankreich

  • Deutschland

  • Griechenland

  • Island

  • Irland

  • Italien

  • Lettland

  • Liechtenstein

  • Litauen

  • Luxemburg

  • Malta

  • Niederlande

  • Norwegen

  • Polen

  • Portugal

  • Rumänien

  • Slowakei

  • Slowenien

  • Spanien

  • Schweden

Nicht-EWR SEPA Länder

  • Andorra

  • Monaco

  • San Marino

  • Schweiz

  • Großbritannien

  • Vatikan

Nicht-EEA SEPA Gebiete

  • Saint-Pierre und Miquelon

  • Guernsey

  • Jersey

  • Isle of Man

Was ist der Unterschied zwischen Lastschrift und SEPA-Lastschrift?

Was ist überhaupt ein Lastschriftverfahren? Es ist ganz einfach die Genehmigung einer Privatperson oder eines Unternehmens, dass ein Gläubiger einen Betrag von ihrem Konto einziehen kann, d.h. eine Einzugsermächtigung. International wird dies auch ACH (Automated Clearing House) oder Direct Debit genannt. In den USA wird Direct Debit oft für wiederkehrende Zahlungen genutzt, in Europa wird der Lastschrifteinzug noch häufiger genutzt, sowohl für einzelne Rechnungen als auch für regelmäßige Zahlungen.

Der Begriff SEPA-Lastschriftverfahren bezieht sich also speziell auf Lastschriftverfahren im Euroraum, da SEPA sich eben auf den Europäischen Wirtschaftsraum bezieht. SEPA-Lastschriftverfahren haben daher spezifische Regeln und Verordnungen und benötigen ein Mandat.

Kurz gesagt erfüllen SEPA-Verfahren den gleichen Zweck wie andere Lastschriftverfahren.Das SEPA-Verfahren ist jedoch spezifisch für den europäischen Raum.

Basislastschrift und Firmenlastschrift: Was ist der Unterschied?

Es gibt zwei Arten von SEPA-Lastschriftverfahren: Basislastschriften (SEPA Core Direct Debit) und Firmenlastschriften (SEPA B2B Direct Debit).

Die Basislastschrift erlaubt es einem Unternehmen, Geld direkt vom Konto eines Kunden einzuziehen, solange dieser zuvor seine Zustimmung gegeben hat. Beide Seiten müssen dafür ihre Konten in einem Land im SEPA Raum haben. Dazu kommt, dass der Betrag in Euro oder einer anderen SEPA Währung sein sollte. Die Überweisung selbst wird jedoch immer in Euro durchgeführt.

Eine Firmenlastschrift (SEPA-B2B-Lastschrift) ist für Transaktionen zwischen Unternehmen gedacht. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Arten von Lastschriften besteht darin, dass bei B2B-Lastschriften keine Erstattungen oder Rückbuchungen möglich sind, außer in Fällen, in denen die Transaktion nicht autorisiert oder betrügerisch war. Wie bei der Basislastschrift müssen beide Bankkonten im SEPA-Raum liegen und auf Euro oder eine andere SEPA-Währung (Pfund Sterling, Kronen usw.) lauten. Die Überweisungen erfolgen in Euro.

Wie lange dauert eine Zahlung mit SEPA-Lastschrift?

Eine SEPA-Lastschrift erfolgt nicht sofort. Das Verfahren dauert in der Regel zwei Arbeitstage für eine Firmenlastschrift und drei Tage für eine Basislastschrift. Der Vorteil ist, dass das Geld jeden Monat am selben Tag eingezogen wird, sobald Sie ein Mandat von Ihrem Kunden haben und die Lastschriftanweisungen eingerichtet sind. Dafür müssen Sie nichts weiter tun.

Fällt ein Lastschrifteinzug auf ein Wochenende oder einen Feiertag, verzögert sich der Einzug bis zum nächsten Bankarbeitstag. Sie dürfen Zahlungen wegen eines Feiertags nicht vorzeitig einziehen, es sei denn, Sie haben vorher die ausdrückliche Genehmigung Ihres Kunden eingeholt.

Muss ich meine Kunden darüber informieren, dass ich Zahlungen von ihrem Konto einziehe?

Wenn die Zahlung jeden Monat gleich ist, wie bei einem Abonnement oder einer Ratenzahlung, müssen Sie Ihren Kunden nicht jeden Monat darüber informieren, dass Sie sein Konto belasten werden. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben bereits ein ausgefülltes Lastschriftmandat vorliegen. Ändert sich der Betrag jeden Monat, wie etwa bei einer Handyrechnung, müssen Sie Ihrem Kunden den neuen Betrag zwei Wochen vor der Abbuchung mitteilen.

Was sind die Vorteile des SEPA-Verfahrens?

Das SEPA-Lastschriftmandat hat sowohl für Unternehmen als auch für Kunden Vorteile. Hier sind ein paar der wichtigsten Punkte:

  • Kontrolle und Vertrauen für Unternehmen: Da mit dem SEPA-Verfahren ein automatisches Einziehen möglich ist, haben Unternehmen die Sicherheit, dass der Kunde seine Rechnungen pünktlich bezahlt. Dies ist nicht nur wichtig für den Cashflow, sondern gibt dem Unternehmen auch Kontrolle über den Zahlungsverkehr.

  • Eine einfache Abwicklung für die Kunden: Kunden profitieren vom SEPA-Lastschriftverfahren, da es den administrativen Aufwand vereinfacht. Sie müssen nicht selber an die Zahlung denken, es fallen keine Mahngebühren durch verspätete Zahlung an und der Kunde muss nicht selber den Betrag überweisen. Die Beträge werden pünktlich abgebucht, ohne dass sich der Kunde darum kümmern muss.

  • Vollständig automatisch: Sowohl für das Unternehmen als auch für den Kunden bietet das SEPA-Verfahren die Möglichkeit, sich nicht andauernd um die Zahlungen kümmern zu müssen. Das Verfahren muss nur einmal mit dem SEPA-Lastschriftmandat eingeleitet werden und läuft ab dann automatisch.

  • Weniger Aufwand: Ohne das SEPA-Lastschriftverfahren müssen Unternehmen einen beträchtlichen Aufwand betreiben, sich um Zahlungen selbst kümmern, Kunden kontaktieren oder Zahlungen über Kreditkarten abwickeln. Wenn ein Unternehmen zahlreiche Kunden hat, kann dies ein großer Aufwand an Zeit und Kosten sein.

Was sind die unterschiedlichen SEPA-Zahlungsverfahren?

Obwohl sich dieser Leitfaden mit SEPA-Lastschriftverfahren beschäftigt, gibt es auch noch andere SEPA-Zahlungsverfahren, die vom Europäischen Zahlungsausschuss festgelegt sind.

  • SEPA Core Direct Debit (SEPA Basistransfer) wird genutzt, wenn der Zahlungsempfänger eine Privatperson ist und wenn es sich um Zahlungen in Ländern im SEPA Raum handelt. 

  • SEPA B2B Direct Debit (SEPA Firmentransfer) wird genutzt, wenn sowohl Zahlungsempfänger als auch Zahlungspflichtiger jeweils Unternehmen sind und es sich um Zahlungen in Ländern im SEPA Raum handelt.   

  • SEPA Credit Transfer (SEPA Überweisung) ist eine einmalige Überweisung innerhalb des SEPA Raums, wohingegen die Lastschrift eine wiederkehrende Zahlung ist. 

  • SEPA Instant Credit Transfer (SEPA Echtzeitüberweisung) entspricht der SEPA Überweisung, allerdings mit dem Unterschied, dass die Überweisung sofort geschieht, das heißt in weniger als 10 Sekunden.

Ist eine SEPA-Lastschrift kostenfrei? Berechnen Banken für das SEPA-Verfahren Gebühren?

Im Allgemeinen sind SEPA-Verfahren kostenfrei. Dies hängt jedoch von Ihrer Bank ab.Einige wenige Banken erheben Gebühren, wenn sie eine SEPA-Lastschrift empfangen. Da alle Banken unterschiedliche Regeln haben, lohnt es sich, bei Ihrer Bank nachzufragen.

Wie nehme ich eine SEPA-Lastschrift in Empfang?

Sobald Sie das SEPA-Lastschriftmandat von Ihrem Kunden erhalten haben, können Sie über viele Dienstleister leicht die Zahlungen empfangen.

Falls Zahlungen unterschiedliche Beträge haben, sind Sie verpflichtet, Ihre Kunden erneut davon zu unterrichten, dass bei ihnen Geld abgebucht wird. Wenn der Betrag immer der Gleiche bleibt, dann reicht eine einmalige Mitteilung, in welcher der Betrag, die Regelmäßigkeit und das Fälligkeitsdatum festgelegt sind.

Wie binde ich das SEPA-Verfahren in mein Bezahlsystem ein? 

Mit Mollie ist die Integration des SEPA-Lastschriftverfahrens in Ihr Zahlungssystem ganz einfach. Es dauert nur 10 Minuten, um Zahlungen per SEPA-Überweisung zu empfangen, und es gibt keine versteckten Gebühren – Sie zahlen nur für erfolgreiche Transaktionen.

Bei Mollie bieten wir alle wichtigen und lokal bevorzugten Zahlungsmethoden über eine einzige Integration an. Wir haben spezielle Bankkonten für Belgien, Frankreich, Deutschland und die Niederlande, was bedeutet, dass Verbraucher aus diesen Ländern ihre Überweisungen auf eine vertraute, lokalisierte IBAN überweisen. 

Sie erhalten außerdem sofortige Updates, wenn eine Zahlung eingegangen ist. Unsere fortschrittliche API ermöglicht Ihnen außerdem Rückerstattungen und einen nahtlosen Datenexport.  Erfahren sie mehr über die SEPA-Überweisung für Webshops und das Lastschriftverfahren für Online-Shops.