Onlineshop aufbauen: Was Händler beachten sollten

Onlineshop aufbauen: Was Händler beachten solltenOnlineshop aufbauen: Was Händler beachten sollten
Nick Knuppe
Product Marketing Manager
Kundenfokussiert und marktorientiert: Ein Marketer mit Hang zum Perfektionismus.

Wenn E-Commerce-Unternehmen ihren Onlineshop aufbauen, sind gleich zu Beginn zahlreiche Entscheidungen zu treffen. So gilt es z. B., eine juristische Vertretung für den Onlineshop zu wählen und zu entscheiden, welche Systeme notwendig sind, um die eigenen Produkte oder Dienstleistungen online zu verkaufen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Tools Händler benötigen, um einen Onlineshop zu erstellen, und was dabei zu beachten ist.

Was ist das E-Commerce-Ökosystem?

Was ist das E-Commerce-Ökosystem?

Der Begriff E-Commerce-Ökosystem meint das gesamte Innenleben eines Onlineshops, sprich alle Komponenten, die ein Unternehmen benötigt, um Produkte oder Dienstleistungen online zu verkaufen. Je nach Branche und Größe des E-Commerce-Unternehmens kann das Onlineshop-Ökosystem unterschiedliche Elemente umfassen. Zu den wichtigsten, die beinahe jedes Unternehmen benötigt, gehören z. B. die Folgenden:

  • E-Commerce-Plattform

  • Warenwirtschaftssystem

  • Fulfillment

  • ERP-System

  • Versandsoftware

  • CRM

  • Zahlungsgateway

Onlineshop erfolgreich aufbauen: Warum ist ein durchdachtes E-Commerce-Ökosystem wichtig?

Es gibt zahlreiche Softwarelösungen von verschiedenen Anbietern, auf die Händler zurückgreifen können, wenn sie einen Onlineshop aufbauen. Hier ist es wichtig, sich von Beginn an mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen der Systeme auseinanderzusetzen. Sonst tappen Shopbetreiber möglicherweise in einige Fallen, die das Wachstum ihres Unternehmens beeinträchtigen können.

Dazu gehört z. B., eine Software zu wählen, die gleich zu Beginn alles kann. Das mag für die ersten Tage des neuen Onlineshops richtig erscheinen, etwa um möglichst schnell Umsätze zu verzeichnen. Doch wer plant, seinen Onlinehandel zu vergrößern, sollte bedenken, dass mit der Expansion oft spezialisierte Systeme notwendig sind, die das erhöhte Auftragsvolumen besser unterstützen. Den richtigen Softwarepartner direkt beim Aufbau des Onlineshops zu wählen, beruht daher idealerweise auf einer strategischen und gut durchdachten Entscheidung. Dieser sollte dem Unternehmen ermöglichen zu wachsen, ohne dass es später von seinen Zielen abgehalten wird. Doch wie wählen Shopbetreiber die richtigen Softwarepartner aus? Der nächste Abschnitt erklärt, welche Aspekte zu berücksichtigen sind, wenn Sie Ihren Onlinehandel aufbauen.

Die richtigen Partner für den eigenen Onlineshop wählen: Was ist zu beachten?

Wenn Sie Ihren Onlineshop von Beginn an richtig aufbauen, können Sie nachhaltig exponentiell wachsen. Daher gilt es, für sich und sein Unternehmen folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie groß ist mein aktueller Kundenstamm?

  • Wie viele Mitarbeiter sind in den verschiedenen Abteilungen für die Arbeit mit der jeweiligen Software beschäftigt?

  • Welche Wachstumsgeschwindigkeit des Unternehmens ist zu erwarten?

  • Ist eine internationale Expansion geplant?

Die Entwicklung des Onlineshops

Eine hohe zu erwartende jährliche Wachstumsrate (CAGR, kurz für „Compound Annual Growth Rate“) bedeutet, dass die Zugriffe auf den Onlineshop steigen. Dementsprechend muss sich die Lagerhaltung ausdehnen, was wiederum Auswirkungen auf das Warenwirtschaftssystem und die Logistik hat. Daher empfiehlt es sich, frühzeitig Shopsysteme und Integrationen zu wählen, die entsprechend für große Volumen geeignet sind. Suchen Sie nach einer Software, die eine einfache Migration in größere Systeme zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht. Auch die API-Integration muss stabil genug sein, um eine große Zahl an Funktionseinheiten miteinander zu verbinden. Denn wer seinen Onlineshop richtig aufbauen möchte, benötigt mehrere Komponenten, die einwandfrei Hand in Hand arbeiten. Ein System für alles wird den Anforderungen in den meisten Fällen nicht gerecht und bremst das Unternehmenswachstum.

Checkliste, um den Onlineshop-Partner zu wählen – die richtigen Fragen stellen

Die folgende Checkliste zeigt Onlineshop-Komponenten auf, die Sie bei der Wahl der passenden Partner berücksichtigen sollten.

Datensicherheit Wo werden die Daten gespeichert?
Wie sind sie geschützt?
Hat der Software-Anbieter Zugang zu den gespeicherten Daten?
Unterstützt er die Datenschutzvorgaben nach der DSGVO?
Produktpalette Wie oft bringt der Software-Anbieter neue Produkte heraus?
Wann hat er das letzte Mal neue Produkte auf den Markt gebracht bzw. in neue Regionen expandiert?
Reputation Mit wem arbeitet der Anbieter zusammen?
Gibt es Erfolgsgeschichten, die die Beziehung zwischen dem Anbieter und seinen Kunden verdeutlichen?
Gesundheit des Unternehmens Ist der Software-Anbieter an der Börse?
Wie entwickelt sich dessen Aktie?
Öffentliche Präsenz Wie wird in den Medien über den Anbieter berichtet?
Kundenbetreuung Steht eine Demoversion zum Testen zur Verfügung?
Gibt es einen lokalen Support bei Problemen?
Wie läuft die Kommunikation ab, beispielsweise mit dem Vertriebsteam?
Preisgestaltung Gibt es versteckte Gebühren?
Handelt es sich um einen offenen Vertrag oder um eine Vertragsbindung?
Handhabung Wie einfach ist es zu migrieren?
Lässt sich die Software problemlos in bestehende Systeme integrieren?
Können Sie jederzeit das Angebot wechseln, z. B. ist eine reibungslose Erweiterung der Funktionen möglich?

E-Commerce-Ökosystem aufbauen: Was braucht man für einen Onlineshop?

Im Folgenden erfahren Sie, was Händler benötigen, wenn sie einen Onlineshop einrichten möchten.

Shopsystem

Generell gibt es drei verschiedene Arten von Shopsystemen, zwischen denen sich Onlinehändler zu Beginn entscheiden müssen:

  1. SaaS-Lösung im Baukastensystem: Hier erhalten Sie ein voll funktionsfähiges Shopsystem mit fertigen Design-Templates zur Miete. Darin lässt sich ganz leicht ohne Vorkenntnisse ein Onlineshop erstellen. Das Hosting ist bei den meisten Anbietern inkludiert und auch die wichtigsten Schnittstellen sind oft enthalten. Für die Nutzung dieses einfachen Gesamtpakets zahlen Händler je nach Anbieter zwischen 10 und 200 Euro im Monat.

  2. Open-Source-Shopsysteme: Hierbei handelt es sich um professionelle Shopsysteme. Sie bieten meist eine kostenfreie Community-Edition an, die eine gute Grundlage zur Individualisierung und Erweiterung darstellt. Um den Webshop zu erstellen, sind allerdings entweder Programmierungskenntnisse nötig oder das entsprechende Budget, um Webdesigner und Programmierer bzw. eine Agentur zu engagieren. Je nach Anforderungen kostet die Onlineshop-Erstellung mit Open-Source-Systemen ca. ab 5.000 Euro.

  3. Eigenentwicklung: Große Unternehmen mit einem entsprechend hohen Budget können sich ihr Shopsystem maßgeschneidert für ihre Anforderungen programmieren. Der Onlineshop wird dabei von Grund auf individuell entwickelt. Die Entwicklungskosten erreichen dabei schnell einen fünf- bis sechsstelligen Betrag.

Zu den bekanntesten Anbietern für die ersten beiden Shopsystem-Arten gehören die folgenden:

Mietlösung Open-Source-Programme
Jimdo Magento
Strato Oxid
Shopify Shopware
ecwid WooCommerce
plentymarkets PrestaShop
JTL Gambio

Wenngleich mit einer Mietlösung ein schneller Start bei geringen Investitionskosten möglich ist, gibt es nur eine eingeschränkte Funktionalität. Für einen langfristig professionellen Shopbetrieb von E-Commerce-Unternehmen empfehlen sich daher Open-Source-Systeme. Hier gibt es zahlreiche Vorteile, z. B.:

  • Kaum Einschränkungen bei den technischen Möglichkeiten

  • Hohe Flexibilität und Skalierbarkeit

  • Mehr Individualität hinsichtlich Design, Funktionen etc.

Mehr zu den verschiedenen Arten von Shopsystemen und welche Shopsysteme besonders beliebt sind, lesen Sie in unserem umfangreichen Shopsystem-Guide 2021.

Sicherheitsstandards

Ein unsicherer Onlineshop kann dem Ruf des Unternehmens schaden und viel Geld kosten. Bei der Auswahl des Shopsystems ist daher darauf zu achten, dass aktuelle Sicherheitsstandards gewahrt sind. Dazu gehören Maßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung und SSL-Zertifikate. Sie verschlüsseln die Daten, die vom Computer zu einem Server geleitet werden und sichern diese vor unbefugten Zugriffen. Mehr über die Datenschutzvorgaben und Website-Absicherung erfahren Sie in unserem Artikel zur Webshop-Sicherheit.

Rechtsform

Wer einen Onlineshop betreiben möchte, muss einige rechtliche Aspekte beachten. So ist eine passende Rechtsform zu wählen. Empfehlenswert sind z. B.:

  • Einzelunternehmen

  • Unternehmergesellschaft (UG)

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Von der englischen Ltd ist dagegen abzuraten, da das Vertrauen im E-Commerce eine große Rolle spielt. National bekannte Rechtsformen eignen sich daher besser, um den Onlineshop erfolgreich aufzubauen. Ein neuer Trend ist auch die Mini GmbH, da sie relativ einfach, günstig und schnell zu errichten ist. Nach einer Weile lässt sie sich mühelos in eine GmbH umwandeln. Welche Rechtsform die passende für den Webshop ist, hängt u. a. damit zusammen, was mit ihm langfristig geschehen soll. So ist beispielsweise eine Holdingstruktur eine interessante Möglichkeit, wenn der Onlineshop später verkauft werden soll.

Rechtssicherheit

Verschiedene Gesetze wie das Telemediengesetz (TMG) und die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regeln, dass Onlineshops u. a. Folgendes beinhalten müssen:

  • Impressum

  • Datenschutzerklärung

  • AGB

  • Widerrufsrecht

Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen von Onlineshops nicht einhält, dem drohen kostenintensive Abmahnungen. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig mit den gesetzlichen Vorgaben zur Erstellung eines Webshops auseinanderzusetzen.

Warenwirtschaft

E-Commerce-Ökosystem aufbauen: Was braucht man für einen Onlineshop? | Warenwirtschaft

Oft finden zu Beginn noch wenige Verkäufe und Transaktionen statt. Daher sind Buchhaltung, Warenwirtschaft und CRM noch leicht überschaubar, wenn Händler ihren Onlineshop aufbauen. Doch mit steigendem Umsatz erhöht sich auch der Aufwand. Viele Webshops scheitern dann an einer ordentlichen Lager- und Buchhaltung. Darum ist es wichtig, von Beginn an mit einer guten Software für die Warenwirtschaft zu arbeiten. Dabei ist vor allem eine funktionierende Schnittstelle zum Onlineshop essenziell, um eine doppelte Buchhaltung zu vermeiden.

Zahlungsarten

Ebenfalls ein wichtiger Aspekt sind die Zahlungsarten, die der Onlineshop seinen Kunden anbietet. Je nach Zielgruppe eignen sich unterschiedliche Zahlungsmethoden. Dennoch ist es ratsam, eine Mischung aus verschiedenen Möglichkeiten anzubieten, damit Käufer stets ihre gewünschte Art zu bezahlen finden. Besonders in neuen Onlineshops wählen Verbraucher bevorzugt Anbieter, die sie bereits kennen. Mithilfe von Mollie lassen sich alle gängigen Zahlungsmethoden bequem in jedem Onlineshop einrichten – und das mit nur einer einzigen Integration. Dadurch profitieren Händler von möglichst geringem Implementierungsaufwand und hoher Payment Security.

Usability

Es ist wichtig, den Onlineshop von Beginn an übersichtlich aufzubauen. Dazu gehört z. B.:

Mithilfe von A/B Testing lässt sich z. B. schnell herausfinden, welches Design die Zielgruppe bevorzugt. In diesem Zusammenhang spielen zudem schnelle Ladezeiten des Webshops eine wichtige Rolle. So ist eine Shoplösung zu wählen, die auch bei großem Wachstum reibungslose Abläufe gewährleistet. Sinkt die Ladegeschwindigkeit etwa, je mehr Nutzer auf die Seite zugreifen, besteht das Risiko, dass sie abspringen und nicht kaufen.

Checkliste für den Onlineshop: Haben Sie an alles gedacht?

Checkliste für den Onlineshop: Haben Sie an alles gedacht?

Das sind die wichtigsten Softwarelösungen, die Händlern dabei helfen, einen wachstumsfähigen Onlineshop aufzubauen:

1. Haben Sie eine Buchhaltungssoftware?

Eine Buchhaltungssoftware ist wichtig, um gut zu wirtschaften und Steuerfehler zu vermeiden. Sie muss eine hohe Zahl an Buchungen in kurzer Zeit sicher und zuverlässig verarbeiten können. Zudem sind Automatisierungsfunktionen hilfreich, um besonders effizient zu arbeiten.

2. Haben Sie an den Kundenservice gedacht?

Zufriedene Kunden sind entscheidend für den Erfolg Ihres Onlineshops. Daher ist es wichtig, bei Fragen oder Problemen gut erreichbar zu sein und Hilfe leisten zu können. Wenn der Shop wächst, können Beschwerden und Anfragen an den Kundenservice allerdings schnell Überhand nehmen. Bedenken Sie vorher, wer sich um den Support kümmert und wie Sie auf ein schnelles Wachstum angemessen reagieren.

3. Nutzen Sie eine CRM-Software?

Ein Customer-Relationship-Management-System ist wichtig, wenn Händler mit ihrem eigenen Webshop starten. Es enthält verschiedene Funktionen, um bestehende Kunden an das Unternehmen zu binden sowie neue dazuzugewinnen. So hilft es dabei, schnell zu wachsen und den Onlineshop erfolgreich zu betreiben.

4. Haben Sie Versand und Logistik berücksichtigt?

Eine gute E-Commerce-Logistik ist für den Erfolg eines Onlineshops unerlässlich. Dazu gehören Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand sowie die Kosten für Retouren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Abwicklung der Onlineshop-Logistik:

  • Beim Dropshipping verschickt der Hersteller die Ware direkt an den Endkunden, ohne dass Onlinehändler selbst mit dem Produkt in Berührung kommen. Dadurch benötigen sie zwar kein Lager, können aber ggf. kein Qualitätsmanagement gewährleisten.

  • Beim Fulfillment beauftragen Onlinehändler Dienstleister für einen reibungslosen Ablauf des gesamten Logistikprozesses. Diese verfügen über die erforderliche Technologie und das fachliche Know-how bis hin zu den erforderlichen Mitteln für die Qualitätskontrolle – sind jedoch mitunter kostenintensiv.

  • Mit einem eigenen Logistiksystem verzeichnen Onlinehändler eine größere Gewinnspanne und haben mehr Kontrolle über die Abläufe. Um den Zeitaufwand möglichst gering zu halten, empfiehlt sich allerdings eine unterstützende Software.

  • Schließlich ist eine Zusammenarbeit mit Versandpartnern wie DHL, UPS und Co. möglich. Für eine größere Auswahl gibt es Versandplattformen, die mehrere Versandhändler als Vertriebspartner anbieten.

5. Haben Sie ein gutes Retourenmanagement?

Retouren können schnell ins Geld gehen. Bedenken Sie daher vorab, wie Sie mit Retouren umgehen möchten und wer die Kosten dafür tragen soll.

6. Haben Sie an eine ERP-Software gedacht?

Ein Warenwirtschaftssystem oder auch Enterprise Resource Planning Software (ERP) verbessert die betrieblichen Abläufe – von der Onlinebestellung über die Bearbeitung bis hin zum Versand. Eine Schnittstelle zwischen Shop- und Unternehmenssoftware ermöglicht die reibungslose Kommunikation für effizientere Vorgänge.

Fazit: Onlineshop erfolgreich aufbauen

Um ein erfolgreiches Onlineshop-Ökosystem aufzubauen, gibt es einiges zu bedenken. Eine All-in-one-Lösung eignet sich z. B. für kleine Webshops, die über ein schmales Budget und eine überschaubare Produktpalette verfügen. Wer jedoch ein schnelles Unternehmenswachstum plant, für den reichen die Funktionen einer All-in-one-Software oft nicht aus. Sie kann die individuellen Ansprüche von Onlinehändlern nicht ausreichend erfüllen und bremst sie aus, was vor allem im schnelllebigen E-Commerce-Bereich fatale Folgen haben kann. Daher empfiehlt es sich, auf spezialisierte Lösungen zurückzugreifen, die auch für große Volumen geeignet sind. Bei der Suche nach den richtigen Softwarepartnern ist vor allem entscheidend, dass diese eine leistungsstarke API bereitstellen sowie eine einfache Integration in größere Systeme zu einem späteren Zeitpunkt ermöglichen. So steht dem exponentiellen Wachstum Ihres E-Commerce-Handels nichts mehr im Wege.

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